StartNachrichten aus der WeltFintechAutomatisierung der Geldwäschebekämpfung: FIS und Anthropic setzen auf einen 40-Milliarden-Markt

Automatisierung der Geldwäschebekämpfung: FIS und Anthropic setzen auf einen 40-Milliarden-Markt

Im Bankensektor nimmt eine neue Automatisierung zur Geldwäschebekämpfung Gestalt an: FIS und Anthropic haben einen KI-Agenten vorgestellt, um die repetitivsten AML-Ermittlungen zu entlasten.

Ein KI-Agent zur Reduzierung von Engpässen bei Prüfungen

Die beiden Unternehmen haben einen Financial Crimes AI Agent angekündigt, der Finanzinstitute dabei unterstützen soll, einen Teil der Aktivitäten zur Bekämpfung von Geldwäsche zu automatisieren. Die Lösung kombiniert die Fähigkeit zum logischen Schlussfolgern von Claude mit den von FIS verwalteten Bankdaten und der regulatorischen Infrastruktur.

BMO und Amalgamated Bank gehören zu den ersten Akteuren, die an der Pilotphase beteiligt sind. Außerdem ist die allgemeine Verfügbarkeit des Systems für das zweite Halbjahr 2026 vorgesehen.

Nach Angaben der Unternehmen ist die AML-Arbeit nach wie vor stark manuell geprägt. Noch bevor die Analyse beginnt, müssen Ermittler häufig Beweise aus voneinander getrennten Systemen zusammentragen, und diese Phase beansprucht einen Großteil der operativen Zeit.

Gleichzeitig entwickelt sich der regulatorische Rahmen weiter und zwingt die Banken dazu, Ressourcen auf Bedrohungen mit dem höchsten Risikoprofil zu verlagern. In diesem Kontext zielt der neue Ansatz darauf ab, Verzögerungen bei den Ermittlungen zu verringern.

Warum FIS sich für die Automatisierung der Geldwäschebekämpfung entschieden hat

FIS hat sich entschieden, mit AML zu beginnen, weil US-Banken jedes Jahr zwischen 35 und 40 Milliarden US-Dollar für diese Tätigkeiten ausgeben. Es handelt sich um einen Bereich, in dem Effizienz sich direkt auf Kosten und Kontrollfähigkeit auswirken kann.

Darüber hinaus kommt die Initiative zu einem Zeitpunkt, an dem in den Vereinigten Staaten neue Regulierungsvorschläge voranschreiten. Die diskutierten Regeln würden einige Emittenten von Stablecoins als Finanzinstitute im Sinne des Bank Secrecy Act behandeln, mit Verpflichtungen zu AML-Programmen und zur Einreichung von SAR, also Meldungen verdächtiger Aktivitäten.

Wie das von FIS und Anthropic entwickelte System funktioniert

Wenn ein Fall eröffnet wird, ist der Agent so konzipiert, dass er die Analysten unterstützt. Konkret extrahiert er automatisch Beweise aus den Kernsystemen der Bank, vergleicht die Aktivitäten mit bekannten Mustern der Geldwäsche und hebt die schwerwiegendsten Vorgänge für die menschliche Überprüfung hervor.

Die endgültige Entscheidung bleibt jedoch stets bei den Ermittlern. Dieses Element ist zentral im Betriebsmodell, da es die menschliche Kontrolle über die sensibelsten Schritte aufrechterhält und das Risiko begrenzt, die Bewertung vollständig an einen Algorithmus zu delegieren.

Die Unternehmen stellen außerdem klar, dass die Kundendaten innerhalb der von FIS verwalteten Systeme verbleiben und jede Entscheidung des Agenten überprüft werden kann. Mit anderen Worten: Der Prozess wurde so gestaltet, dass er nachvollziehbar und prüfbar ist.

Zukünftige Entwicklungen über AML hinaus

Die Roadmap beschränkt sich nicht auf die Bekämpfung der Geldwäsche. Außerdem sehen die vorgestellten Pläne vor, die Automatisierung auf Bereiche wie Kredit- und Einlagenentscheidungen, Kunden-Onboarding und Betrugserkennung auszuweiten.

Insgesamt zielt die Partnerschaft zwischen Anthropic und FIS darauf ab, in einem noch langsamen und fragmentierten Bereich anzusetzen. Im Vergleich zu traditionellen Prozessen besteht das Ziel darin, die Sammlung von Beweismitteln zu beschleunigen und die menschliche Arbeit auf wirklich vorrangige Fälle zu konzentrieren.

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