Im politischen Diskurs der USA rückt die Regulierung von Kryptowährungen wieder in den Mittelpunkt, mit einem neuen Bericht des Kongresses, der die Biden-Administration beschuldigt, den Sektor mit wenig transparenten Regeln zu bremsen.
Summary
Ein Bericht des Kongresses gegen die Biden-Administration
Ein neuer Bericht des Repräsentantenhauses, geleitet von Abgeordnetem French Hill, beschuldigt das Weiße Haus, die Kryptowährungsindustrie in den Vereinigten Staaten durch regulatorischen Druck und unklare Vorschriften zu ersticken. Das Dokument kritisiert insbesondere die föderalen Aufsichtsbehörden.
Laut dem Bericht erinnern einige Initiativen an die umstrittene „Operation Choke Point“ aus der Obama-Ära, die legale Aktivitäten wie kurzfristige Kredite und Betreiber von Geldautomaten ins Visier genommen hatte. Auch in diesem Fall betrifft die Kritik eher den Einsatz informeller Druckmittel als explizite Verbote.
Unklare Richtlinien und Schließung von Bankkonten
Der Bericht von Hill behauptet, dass die regulatorische Unsicherheit in Bezug auf digitale Aktivitäten erhebliche Schwierigkeiten beim Zugang zu Bankdienstleistungen für Unternehmen in der Branche verursacht hat. Über 30 Unternehmen und einzelne Krypto-Operatoren hätten aufgrund als vage angesehener Richtlinien und inoffizieller Druckausübung ihre Bankverbindungen verloren.
Die Banken, die befürchten, von den Aufsichtsbehörden gerügt zu werden, hätten ihre Exponierung gegenüber Kunden, die mit digitalen Vermögenswerten verbunden sind, reduziert. Zudem berichten die Mitarbeiter der parlamentarischen Ausschüsse, dass den Instituten häufig die Reputations- und Regulierungsrisiken im Zusammenhang mit diesen Unternehmen aufgezeigt wurden.
Diese Einstellung, so der Bericht, hätte eine weitreichende Zurückhaltung des Bankensystems erzeugt, mit dem Sektor zusammenzuarbeiten, selbst wenn die Kryptoaktivitäten vollständig legal waren. Daraus ergibt sich ein faktisches Debanking-Phänomen, das nicht auf klaren gesetzlichen Verboten basiert.
Die Kritik des Kongresses an Innovation und Arbeit
Bryan Steil, Vorsitzender des Unterausschusses für digitale Vermögenswerte, Finanztechnologie und künstliche Intelligenz, erklärt, dass er die Schlussfolgerungen des Berichts teilt. Seiner Meinung nach hat die regulatorische Maßnahme negative Auswirkungen auf die Innovation und Beschäftigung im Kryptowährungs-Ökosystem gehabt.
Laut Steil liegt das Problem des Bankzugangs nicht am rechtlichen Status der Krypto-Unternehmen, sondern an Entscheidungen und Richtlinien der Aufsichtsbehörden. Mit anderen Worten, es sind die regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Entscheidungen, die den Betrieb des Sektors erschwert haben.
Die Rolle der Federal Reserve und der SEC
Das Dokument untersucht auch das Verhalten anderer Bundesbehörden, insbesondere der Securities and Exchange Commission und der Federal Reserve. Beide hätten laut dem Bericht ein Klima der Unsicherheit gefördert, indem sie sich vorwiegend auf Durchsetzungsmaßnahmen konzentrierten, anstatt auf klare präventive Regeln.
Der Ansatz der SEC hätte die Unternehmen somit ohne einen klaren Rahmen für die geltenden Vorschriften gelassen. Allerdings betrifft die regulatorische Unsicherheit nicht nur die Marktaufsicht, sondern auch die Interaktion zwischen Banken und Betreibern digitaler Vermögenswerte, wo die Eingriffe der Federal Reserve die Zusammenarbeit erschwert hätten.
In diesem Kontext ist das Thema der Kryptowährungsregulierung auch für die Teilnahme traditioneller Finanzinstitute zentral geworden. Laut dem Bericht hätte der nahezu ausschließliche Rückgriff auf die Durchsetzung die Einbeziehung institutioneller Investoren in den Markt für digitale Vermögenswerte gebremst.
Neue Gesetze und Forderung nach mehr Klarheit
In der Zwischenzeit arbeitet der Kongress an einem umfassenderen regulatorischen Rahmen. Die Gesetzgeber haben das erste nationale Gesetz zu stablecoin verabschiedet, und ein umfangreicher Gesetzentwurf zur Struktur der digitalen Märkte steht zur Prüfung im Senat an. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Zuständigkeiten und Regeln für die verschiedenen beteiligten Akteure festzulegen.
Der Bericht verbindet diese Entwicklungen mit der breiteren Debatte über die Notwendigkeit, die föderalen Vorschriften für die Digital-Asset-Industrie zu klären. Zudem hebt er hervor, wie die Nachfrage nach rechtlicher Sicherheit wächst, während der Sektor an Bedeutung für die Kapitalmärkte gewinnt.
Von der Trump-Präsidentschaft zur Biden-Präsidentschaft
Das Kongressdokument verweist auch auf den Übergang zwischen den Verwaltungen. Die Biden-Phase, so der Bericht, sah den Rückzug einiger wichtiger Aufsichtsunterlagen, die während der Trump-Präsidentschaft herausgegeben wurden und den Banken operative Anweisungen im Umgang mit Krypto-Unternehmen gaben.
Die Aufhebung dieser Richtlinien könnte einerseits das Risiko neuer massenhafter Schließungen von Bankkonten verringern. Andererseits bleibt jedoch die Frage einer organischen und vorhersehbaren Regulierung für den Bereich der digitalen Vermögenswerte in den Vereinigten Staaten offen.
Insgesamt weist der Bericht auf eine Übergangsphase hin: Während die politische Debatte über Vorschriften für Kryptowährungen andauert, wartet der Markt auf einen stabileren regulatorischen Rahmen, der Innovation, Anlegerschutz und Zugang zu Bankdienstleistungen in Einklang bringen kann.

