Verteidiger wehren sich gegen einen großen US-Vermögenszugriff im Zusammenhang mit den Bitcoin-Beständen von Chen Zhi und werfen breitere Fragen zur grenzüberschreitenden Durchsetzung in Kryptofällen auf.
Summary
Chens Anwälte beantragen die Abweisung der massiven Bitcoin-Beschlagnahme
Anwälte von Chen Zhi, dem in China geborenen Geschäftsmann hinter der in Kambodscha ansässigen Prince Holding Group, haben ein US-Bundesgericht gebeten, den Regierungsversuch zur Beschlagnahmung von 127.271 BTC abzuweisen, wie ein neuer Bericht von Bloomberg zeigt. Dem Unternehmer wird vorgeworfen, Verbindungen zu globalen Online-Betrugsnetzwerken zu haben.
Im Oktober 2025 reichte das US Attorney’s Office für den Eastern District of New York zusammen mit der Nationalen Sicherheitsabteilung des Justizministeriums eine zivilrechtliche Einziehungsklage ein, die sich gegen den großen Bitcoin-Bestand richtet. Der Fall zielt darauf ab, die Kryptowährung dauerhaft zu beschlagnahmen, die angeblich mit den Aktivitäten der Prince Holding Group in Verbindung steht.
Staatsanwälte haben die Gelder mit sogenannten Pig-Butchering-Betrügereien und anderen illegalen Machenschaften in Verbindung gebracht, die angeblich mit Chen und seinen Operationen der Prince Holding Group verbunden sind. Darüber hinaus beschreiben US-Behörden ein Muster von Liebes- und Investitionsbetrug, das ihrer Meinung nach Menschen auf der ganzen Welt geschädigt hat.
Verteidigung stellt Betrugs- und Geldwäsche-Narrativ in Frage
Chens Anwaltsteam argumentiert jedoch, dass die US-Regierung es versäumt hat, klar darzulegen, dass die beschlagnahmten Bitcoin direkt aus Betrugs- oder Geldwäschevergehen stammen. Sie stellten auch die von den Staatsanwälten präsentierte Chronologie in Frage und deuteten an, dass wesentliche Elemente des Zeitplans einer Prüfung nicht standhalten.
Die Anwälte behaupten weiter, dass viele der gegen Chen erhobenen Vorwürfe, in ihren Worten, „nachweislich und offensichtlich falsch“ sind. Sie haben jedoch nicht öffentlich jeden strittigen Punkt detailliert, und viele der Einreichungen verbleiben im US-Bundesgerichtssystem.
Der in der zivilrechtlichen Klage ins Visier genommene Bitcoin-Schatz wurde ursprünglich auf etwa 14 Milliarden Dollar geschätzt, als er erstmals zur Beschlagnahme identifiziert wurde. Zu diesem Zeitpunkt unterstrich die Position das Ausmaß der angeblichen Betrugserlöse, die US-Behörden mit Chen und seinem Unternehmensnetzwerk in Verbindung brachten.
Wert der beschlagnahmten Bitcoin fällt angesichts von Marktschwankungen
Seitdem haben sich die Preise für Kryptowährungen erheblich verändert. Nach der jüngsten Volatilität des Bitcoin-Marktes wird der Wert der 127.271 BTC nun auf etwa 8,8 Milliarden Dollar geschätzt. Der führende digitale Vermögenswert wird derzeit nahe gehandelt bei 69.500 Dollar, was einen Rückgang von etwa 2% in den letzten 24 Stunden widerspiegelt, basierend auf On-Chain-Daten.
Diese Veränderung der Bewertung verdeutlicht, wie schnelllebige Kryptomärkte den Umfang einer eventuellen Rückgewinnung für Regierungen bei einer hochkarätigen Kryptowährungsbeschlagnahme beeinflussen können. Sie ändert jedoch nichts an den grundlegenden rechtlichen Fragen rund um das Eigentum und die Herkunft der Coins.
Für US-Staatsanwälte ist der Fall zu einem der sichtbarsten Beispiele für einen internationalen Bitcoin-Beschlagnahmefall geworden, der mit angeblichem Online-Betrug in Verbindung steht. Im Gegensatz dazu besteht die Verteidigung darauf, dass die Beweiskette rund um die Adressen und Geldflüsse unvollständig oder falsch interpretiert bleibt.
Sanktionen, Verhaftung in Kambodscha und Auslieferung nach China
Nachdem die US-Anklage im vergangenen Oktober bekannt gegeben wurde, geriet Chen unter erhöhten Druck aus mehreren Gerichtsbarkeiten. Darüber hinaus verhängten sowohl die USA als auch das Vereinigte Königreich Sanktionen gegen ihn, was die offizielle Prüfung seiner Aktivitäten in ganz Asien vertiefte.
Im Januar 2026 verhafteten die Behörden in Kambodscha Chen, entzogen ihm die lokale Staatsbürgerschaft und lieferten ihn dann nach China aus. Dieser Schritt intensivierte den internationalen Fokus auf den Chen Zhi Bitcoin-Fall und auf das breitere Netzwerk angeblicher Betrugsoperationen, die mit der Marke Prince verbunden sind.
Das Ergebnis der US-zivilrechtlichen Einziehungsverfahren wird wahrscheinlich einen wichtigen Präzedenzfall dafür schaffen, wie Gerichte mit großen grenzüberschreitenden Krypto-Vermögen umgehen, die mit angeblichem Betrug in Verbindung stehen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Streit um 127.271 BTC nun an der Schnittstelle von Sanktionspolitik, Strafverfolgung und der sich entwickelnden rechtlichen Behandlung digitaler Vermögenswerte steht.

