StartTechnologieWeb3-Stellenangebote, Boom des Agent Managers: 70 % koordinieren KI

Web3-Stellenangebote, Boom des Agent Managers: 70 % koordinieren KI

Auf dem Kryptomarkt des Jahres 2026 signalisieren die Web3-Stellenangebote einen Paradigmenwechsel: Reine Ausführung zählt weniger, während die Fähigkeit, KI-Agenten zu koordinieren, stärker ins Gewicht fällt – mit direkten Auswirkungen auf Auswahlprozesse, Gehälter und die Organisation von Teams.

Vom Ausführen zum Steuern: der neue Schwerpunkt der Web3-Arbeit

Der 2026 Web3 Workforce Report beschreibt eine strukturelle Transformation des Marktes. Es findet ein Übergang von der Ära des Machens zur Ära des Steuerns statt. Laut der Studie geben fast 70% der Web3-Fachkräfte an, dass sich ihre Aufgaben in Richtung Aufsicht über KI-Agenten entwickeln.

Es geht nicht nur um neue Tools. Außerdem verändert sich die Art und Weise, wie im Arbeitsalltag Wert geschaffen und abgeschöpft wird. Für Bewerber ist Vertrautheit mit KI nicht mehr ein Wettbewerbsvorteil, sondern eine zunehmend explizite Grundvoraussetzung.

Über 60% der Bewerber werden bereits auch nach ihrer Fähigkeit beurteilt, diese Werkzeuge zu nutzen. Der Markt belohnt daher diejenigen, die nachweisbare Ergebnisse mit KI-basierten Workflows und der Orchestrierung mehrerer Agenten vorweisen können.

Der Wendepunkt bei den Web3-Stellenangeboten

Die Einführung von KI hat einen Wendepunkt erreicht. Die Analyse von rund 2.000 Stellenanzeigen zeigt, dass KI-Erwähnungen innerhalb von 12 Monaten mehr als verdoppelt wurden. Der Anteil stieg von 23% in den ersten Monaten des Jahres 2025 auf 53,1% im März 2026.

Folglich verlangen heute über die Hälfte der Stellenanzeigen der Branche explizit KI-Kompetenzen. Für Hiring Manager, Recruiter und Gründer erzwingt dies eine Überarbeitung der Auswahlkriterien und der Art, wie Erfahrung bewertet wird.

Der Aufstieg des Agent Managers

Die aufstrebende Rolle ist die des Agent Managers, der nach und nach den klassischen Individual Contributor ersetzt. In der Umfrage geben 69,1% der Fachkräfte an, dass ihre Arbeit sich von der direkten Ausführung hin zur Steuerung von KI-Agenten verlagert, die mit operativen Aufgaben betraut sind.

Außerdem fallen 30,3% der neuen Rollen in die Kategorien Leadership + KI, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Das gesuchte Profil ähnelt einem Full-Stack-Manager: weniger auf jedes technische Detail fokussiert, dafür stärker in der Lage, KI zu führen, zu korrigieren und zu lenken.

In diesem Kontext bleiben Neugier und Anpassungsfähigkeit unter den dauerhaft wichtigsten Eigenschaften. Gleichzeitig tragen auch Praktiken wie Vibe Coding dazu bei, den Begriff der Berufserfahrung neu zu kalibrieren.

Gehälter, Bewerbungsgespräche und das Risiko, zurückzufallen

KI-Kompetenzen wirken sich auch auf die Vergütung aus. Mittlere Rollen mit KI-Bezug erreichen ein Median-Gehalt von 115.000 Dollar, gegenüber 95.000 Dollar bei nicht KI-bezogenen Rollen. Die Differenz beträgt 21,1%.

In der Umfrage geben 61,2% der Beschäftigten an, dank ihrer KI-Kompetenzen günstigere Gehaltsverhandlungen erzielt zu haben. Zudem berichtet derselbe Anteil an Bewerbern, in Gesprächen zu ihrem Workflow mit diesen Tools befragt zu werden.

Wer zurückbleibt, riskiert steigende Wettbewerbskosten, die im Report als Luddite Tax bezeichnet werden. 43,3% der Bewerber meiden aktiv Unternehmen ohne klare Strategie für KI oder Automatisierung. Ohne glaubwürdigen Plan werden Firmen weniger attraktiv.

Die Präferenzen der Bewerber beschränken sich jedoch nicht auf das Gehalt. 76,5% der Befragten würden eine niedrigere Vergütung akzeptieren, um mit einem Gründer zu arbeiten, der fest vom Potenzial der KI überzeugt ist. Außerdem sind 56,8% der Ansicht, dass Bärenmärkte seriöse Projekte sichtbarer machen.

Solidity, Rust und die Aufgaben, die KI am schnellsten übernimmt

Die Einführung von KI verläuft nicht einheitlich über alle Sprachen hinweg. In den Anzeigen werden Kompetenzen für Solidity-Entwickler mehr als doppelt so häufig mit KI-Tools verknüpft wie bei Rust: 7,4% gegenüber 3,1%.

Das EVM-Ökosystem scheint sich rasch in Richtung eines KI-nativen Kontexts zu entwickeln. Zudem erreicht das gemeinsame Auftreten von Solidity und KI-Einführung in den ersten Monaten des Jahres 2026 20%. Der Report führt diese Differenz auf die Komplexität der Sprachen, die Reife der Ökosysteme und das Risikoprofil des Codes zurück.

Die Experimentierfreude konzentriert sich jedoch vor allem auf weniger kontinuierliche Entwickler. Der Report unterscheidet zwischen Hardcore-Core-Profilen, die an mindestens 10 Tagen im Monat aktiv sind, und eher gelegentlichen Entwicklern, die an weniger als 10 Tagen aktiv sind und häufig in der Nähe des Vibe Coding anzusiedeln sind.

Gerade in diesem Einstiegssegment wird das stärkste Wachstum beim Einsatz von KI-Agenten erwartet. Ziel ist es, die Lücke zwischen Web2-Erfahrung und den im Web3 geforderten Kompetenzen schneller zu schließen.

Von Content Creation zum Community Management

Zu den Aufgaben, die sich am leichtesten an KI-Agenten delegieren lassen, gehören die repetitiven Tätigkeiten. 57,6% der Befragten würden zuerst einen Agenten für Content Creation einstellen, während 37,5% sich für Community-Management-Aufgaben entscheiden würden, den sogenannten Reply Guy.

Außerdem bestätigen die Tags der Anzeigen diesen Trend. Data, Security und Trading gehören zu den Labels, die am häufigsten mit KI-Rollen verknüpft sind. Insgesamt interpretiert der Report diesen Übergang als Automatisierung der eher entry-level-orientierten Aufgaben der Branche.

Dubai vorne und weniger Remote: das neue geografische Gleichgewicht

Der Report weist auch auf eine Verlagerung hin zu physischen Hubs hin. Dubai liegt mit 43,8% an erster Stelle, gefolgt von New York mit 29,6%. Für alle, die auf Web3-Stellenangebote schauen, wird der Faktor Standort damit wieder zentral, im Gegensatz zur früheren Logik des globalen Remote-Arbeitens.

KI-bezogene Rollen sind tatsächlich weniger auf Remote-Arbeit ausgerichtet als traditionelle Rollen. KI-Positionen kommen auf 24% Remote-Anteil, gegenüber 52,1% bei nicht KI-bezogenen Positionen. Der Report nennt auch Singapur als einen der hochdichten Hubs, die es zu beobachten gilt.

Laut der Studie entscheiden sich hocheffiziente Teams im KI-nativen Zeitalter häufiger für physische Präsenz. Diese Präferenz spiegelt jedoch vor allem die Notwendigkeit wider, schnelle Abläufe zu koordinieren, operatives Rauschen zu reduzieren und die Ausführungsgeschwindigkeit zu erhöhen.

Ein 12-monatiges Zeitfenster zur Anpassung

Das Gefühl der Dringlichkeit ist deutlich. 45,9% der Fachkräfte glauben, dass ihre Rolle ohne KI-Integration innerhalb von 3 Jahren weitgehend redundant werden könnte. Für 12,8% könnte sich dieses Risiko in weniger als 12 Monaten realisieren.

Allgemeiner sehen 66,8% die durch KI ausgelöste Transformation innerhalb von 5 Jahren als Bedrohung. Folglich erscheint der Übergang zum Agent-Manager-Modell immer weniger optional und immer notwendiger.

Fünf praktische Hinweise für Bewerber

Die Studie schlägt fünf Leitlinien vor. Erstens: einen Workflow als Agent Manager aufsetzen, um operative Tätigkeiten zu delegieren und sich auf Strategie und Architektur zu konzentrieren. Zweitens: Produktivität und Ergebnisse, die dank KI erzielt wurden, in Gehaltsverhandlungen explizit hervorheben.

Drittens: den Tech-Stack prüfen, insbesondere bei Smart Contracts, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedeutung von Solidity und Rust in KI-assistierten Kontexten. Viertens: Standort, On-Site- und Hybrid-Modelle sowie Hubs wie Dubai, New York und Singapur sorgfältig bewerten.

Fünftens: sicherstellen, dass das Unternehmen eine echte KI-Strategie hat, die auf interne Prozesse und die Auswahl angewendet wird. Insgesamt basiert der Report auf 813 verifizierten Antworten, die zwischen März und April 2026 gesammelt wurden, sowie auf 1.962 Stellenanzeigen, die innerhalb von 12 Monaten auf CryptoJobsList veröffentlicht wurden.

Die Schlussfolgerung ist eindeutig: Auf dem Web3-Markt nach dem Hype zählen Status und Headcount weniger, während Effizienz, Signalqualität und die Fähigkeit, KI-augmentierte Infrastrukturen zu nutzen, an Bedeutung gewinnen. Vor diesem Hintergrund tritt die Rolle des Agent Managers als neuer professioneller Standard hervor.

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