Gestern hat Fidelity Digital Assets einen Bericht veröffentlicht, in dem die Entwicklung der Marktdynamiken bewertet und überprüft wird, ob die Annahmen vom Jahresanfang noch gültig sind.
Der Bericht analysiert sechs Schlüsseltrends, die die digitalen Assets im weiteren Verlauf des Jahres 2026 prägen könnten, darunter einen etwas besonderen.
Es handelt sich um den sechsten Trend, der auch Gold betrifft.
Summary
Gold und Bitcoin
Das sechste Kapitel des Berichts ist genau Gold und Bitcoin gewidmet.
Es beginnt mit der Erinnerung daran, dass Fidelity Digital Assets bereits Anfang 2026 vermutet hatte, dass ein weiteres positives Jahr für Gold nicht überraschend wäre, da seine Nachfrage von den Zentralbanken gestützt wird.
Aber der interessanteste Punkt ist ein anderer.
Es geht um den Übergang von dollarbasierten Systemen zu währungsräumen, die stärker auf den Aktienmarkt ausgerichtet sind.
Sie weisen darauf hin, dass Gold seit Jahresbeginn zunächst in einem Umfeld geopolitischer Spannungen einen Anstieg von fast 30 % verzeichnet hat, um sich dann auf ein bescheideneres Plus von 4 % zurückzubilden.
An einer bestimmten Stelle schreiben sie:
„Es gibt zudem immer mehr Belege für eine Abkehr von dollarbasierten Systemen.“
Sie nennen insbesondere alternative Zahlungsmechanismen, wie etwa die Annahme von BTC durch den Iran für Mautgebühren und Zahlungen im Zusammenhang mit Aktivitäten in der Straße von Hormus.
Sie fügen hinzu, dass gleichzeitig die Goldnachfrage der Zentralbanken hoch geblieben ist, wobei aktuelle Daten auf eine fortgesetzte Akkumulation hinweisen. Die Ablösung des US-Dollars und der US-Staatsanleihen als Hauptbestandteil der globalen Reserven der Zentralbanken markiert einen wichtigen Wendepunkt für Gold.
Dies bedeutet, dass einerseits Gold den Platz des Dollars und der US-Staatsanleihen als Wertspeicher für die Zentralbanken einnimmt, während sich Bitcoin in einigen spezifischen Fällen als globale Zahlungsmittelwährung etabliert, als Alternative zum Dollar selbst.
Auch wenn es für Bitcoin noch ganz am Anfang steht, ist das Ergebnis all dessen eine Schwächung der primären Rolle, die der US-Dollar im globalen Währungssystem innehat.
Die anderen Kapitel
Die anderen fünf Kapitel des Fidelity-Berichts sind der Konvergenz zwischen digitalen Assets und Kapitalmärkten, den Rechten der Token-Inhaber, künstlicher Intelligenz und Data Mining, der Stabilität der Bitcoin-Strategie und schließlich dem institutionellen Schwung gewidmet.
Der erste Punkt stellt fest, dass die Integration digitaler Assets in die traditionelle Finanzwelt (TradFi) schneller als erwartet voranschreitet, dank einer institutionellen Nachfrage, die widerstandsfähig bleibt, und eines wachsenden Interesses an der Tokenisierung. Außerdem bieten regulatorische Fortschritte, wie der Clarity Act, zunehmend rechtliche Klarheit und helfen so dem Sektor der digitalen Assets, sich auszuweiten.
Der zweite Punkt hebt hervor, dass sich der Markt in Richtung einer stärkeren Angleichung der Interessen an die Token-Besitzer bewegt, wobei Mechanismen wie aus Reserven finanzierte Rückkäufe (Buybacks) und Entwicklungen in der Governance bevorzugt werden. Es wird jedoch klargestellt, dass sich dieser Trend noch in einem sehr frühen Stadium befindet, sodass der Markt einen damit verbundenen „Preisaufschlag“ noch nicht vollständig anerkennt.
Der dritte Punkt zeigt, dass der energetische Wettbewerb durch die Arbeitslasten der Künstlichen Intelligenz das Bitcoin-Mining beeinflusst. Im Laufe des Jahres wurde nämlich ein Rückgang der durchschnittlichen 30-Tage-Hash-Rate um fast 9 % und der Mining-Difficulty um fast 8 % verzeichnet. Obwohl es auch saisonale Komponenten gibt (die mit dem Winterklima zusammenhängen), deuten die Daten auf eine teilweise strukturelle Veränderung hin, wobei große Mining-Betreiber nach und nach immer mehr Energie und Infrastruktur in Rechenzentren für KI verlagern, angezogen von alternativen und potenziell profitableren Einnahmequellen.
Der vierte Punkt berücksichtigt technische Aspekte und stellt fest, dass die Aufmerksamkeit für die langfristige Sicherheit zunimmt, mit Forschungsarbeiten, die darauf abzielen, das Netzwerk quantencomputer-sicher zu machen.
Der fünfte Punkt spricht vom aktuellen Bärenmarkt, betont jedoch, dass die strukturellen Fundamentaldaten von Bitcoin solide bleiben und sich als widerstandsfähig erwiesen haben, da der Kurs nach geopolitischen Schocks schnell wieder nach oben geschnellt ist.
Fidelity Digital Assets
Fidelity Investments (oft einfach nur Fidelity genannt) ist eines der größten und wichtigsten Vermögensverwaltungs- und Finanzdienstleistungsunternehmen der Welt.
Es wurde 1946 in Boston in den Vereinigten Staaten gegründet und verwaltet heute mehrere Billionen US-Dollar im Auftrag von Millionen privater und institutioneller Anleger. Es handelt sich daher um einen der größten Konzerne der Finanzbranche weltweit.
Fidelity Digital Assets ist die Tochtergesellschaft von Fidelity Investments, die eine Brücke zwischen der traditionellen Finanzwelt und der Welt der Kryptowährungen und digitalen Assets schlägt. Sie wurde 2018 gegründet und konzentriert sich ausschließlich auf Bitcoin, Ethereum und Blockchain-Technologien.
Bemerkenswert ist, dass Fidelity der Verwalter von zwei der größten Krypto-ETFs der Welt ist, FBTC und FETH, die nur von denen von BlackRock übertroffen werden.
Außerdem wurde Fidelity Digital Assets von Anfang an so konzipiert, dass es den Bedürfnissen großer Investoren wie Hedgefonds, Family Offices, Pensionsfonds und Finanzinstitutionen – den sogenannten institutionellen Walen – gerecht wird, indem ihnen ein Umfeld geboten wird, das den strengen Finanzvorschriften, denen sie unterliegen, entspricht.
Die Existenz und das Wachstum von Fidelity Digital Assets gelten als eine der größten Bestätigungen für die Reifung des Kryptosektors, denn wenn ein Konzern, der in der traditionellen Finanzwelt Billionen von Dollar verwaltet, beschließt, eine eigene, sichere Abteilung für digitale Assets zu schaffen, legitimiert er de facto den gesamten Sektor in den Augen der traditionellen Finanzwelt und der staatlichen Regulierungsbehörden.

