Peter Schiff hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, wo er in Bezug auf Gold und Bitcoin steht – aber das Timing seiner jüngsten Kommentare macht sie besonders beachtenswert. Da beide Anlageklassen unter starkem Verkaufsdruck stehen, veröffentlichte der erfahrene Goldbefürworter diese Woche auf X einen Beitrag, in dem er den aktuellen Gold-Ausverkauf als Kaufgelegenheit bezeichnete, während er den gleichzeitigen Rückgang von Bitcoin als etwas weitaus weniger Erholbares beschreibt: ein auseinanderfallende Blase.
Summary
Wichtigste Erkenntnisse
- Peter Schiff bezeichnete den jüngsten Preisrückgang von Gold als Kaufgelegenheit und den Rückgang von Bitcoin als „eine entweichende Blase“.
- Bitcoin fiel erstmals seit 20 Monaten unter 60.000 $ und liegt nun mehr als 52 % unter seinem Allzeithoch von 126.198 $.
- Gold fiel im März um mehr als 13 %, die schlechteste Monatsperformance seit der Finanzkrise 2008, und ist seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs um 24 % gefallen.
- Citigroup warnte, dass Gold bis September um weitere 20 % fallen könnte.
- Schiff wies die Theorie zurück, dass Goldverkäufe Kapital zurück in Bitcoin treiben würden, und argumentierte, dass die beiden Anlageklassen nicht von denselben Kräften angetrieben werden.
Peter Schiffs konträre Sicht auf Gold und Bitcoin
Schiff veröffentlichte seine Ansichten am 24. Juni auf X, und sie brachten es direkt auf den Punkt. Zwei Anlageklassen fielen ungefähr zur gleichen Zeit. Er sah zwei völlig unterschiedliche Geschichten hinter den Zahlen.
„Bitcoin ist nicht mit Gold gestiegen, aber es fällt ganz sicher mit ihm“, schrieb er. „Der Ausverkauf bei Gold ist eine Kaufgelegenheit. Der Ausverkauf bei Bitcoin ist eine entweichende Blase.“
Die Unterscheidung ist wichtig. Gold verzeichnete einen starken Aufwärtstrend über weite Teile des Jahres 2025. Bitcoin, so argumentiert Schiff, nahm an dieser Bewegung nicht teil – es folgte Gold auf dem Weg nach oben nicht, was seiner Ansicht nach jede Behauptung untergräbt, dass beide Anlageklassen derselben Anlegerlogik folgen. Die Tatsache, dass sie nun gemeinsam fallen, ist seiner Ansicht nach eher Zufall als Korrelation.
Widerspruch zur „Rotations“-Theorie
Eine in den Kryptomärkten verbreitete Erzählung besagte, dass ein Gold-Ausverkauf Kapital zurück in Bitcoin treiben würde – dass Anleger, die aus Gold aussteigen, sich natürlicherweise dem digitalen Asset als alternativem Wertspeicher zuwenden würden. Schiff weist diese Theorie direkt zurück.
Sein Argument ist einfach: Wenn Bitcoin tatsächlich als sicherer Hafen oder als Pendant zu Gold fungieren würde, wäre es während der Gold-Rallye 2025 gemeinsam mit Gold gestiegen. Das ist nicht passiert. Daher hält seine Sichtweise der Idee nicht stand, dass Goldschwäche irgendwie zu Bitcoins Stärke werden würde.
Dies ist eine gezielte Herausforderung für eine der optimistischeren Erzählungen im Krypto-Investing – die Vorstellung, dass Bitcoin immer dann profitiert, wenn das Vertrauen in traditionelle Anlageklassen erodiert.
Jüngste Marktentwicklung von Gold und Bitcoin
Die Zahlen hinter Schiffs Kommentaren sind bemerkenswert. Beide Anlageklassen haben erhebliche Einbußen erlitten, auch wenn sich Ausmaß und Kontext deutlich unterscheiden.
Bitcoins Kursrückgang unter 60.000 $
Bitcoin fiel diese Woche erstmals seit 20 Monaten unter die Marke von 60.000 $, eine psychologisch bedeutende Schwelle, die einen klaren Bruch mit der Dynamik markiert, die das Asset auf sein Rekordhoch getragen hatte. Auf seinem Höhepunkt erreichte Bitcoin 126.198 $ – inzwischen liegt es mehr als 52 % unter diesem Niveau. Im vergangenen Jahr hat die Kryptowährung 44 % verloren und liegt seit Jahresbeginn mehr als 30 % im Minus.
In längerer Perspektive liegt die 10-Jahres-Rendite von Bitcoin immer noch bei über 9.400 % und übertrifft damit Golds rund 201 % im gleichen Zeitraum deutlich. Doch diese historische Performance bietet wenig Trost für alle, die nahe dem Hoch gekauft haben – und sie beantwortet nicht die schwierigere Frage, wo der Boden liegt.
Golds starke Rückgänge und die Citigroup-Warnung
Auch Golds Entwicklung war schmerzhaft. Das Metall verlor allein im März mehr als 13 % – den stärksten Monatsrückgang seit der Finanzkrise 2008. Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs ist Gold um 24 % gefallen, ein Ausverkauf, der unangenehme Fragen zu seinem Ruf als verlässlicher sicherer Hafen in geopolitischen Stressphasen aufwirft.
Seit Jahresbeginn liegt Gold rund 8 % im Minus, auch wenn es auf Sicht der vergangenen zwölf Monate noch etwa 20 % im Plus ist. Das kurzfristige Bild ist weniger ermutigend: Citigroup prognostizierte in diesem Monat, dass Gold bis September um weitere 20 % fallen könnte – eine Vorhersage, die der ohnehin schon schwierigen Marktlage für das Metall eine zusätzliche institutionelle Sorgeebene hinzufügt.
Diese Citigroup-Warnung ist ein wichtiger Kontext. Sie deutet darauf hin, dass der Gold-Ausverkauf nicht einfach nur eine kurzfristige Korrektur sein könnte – und sie bildet den Hintergrund, vor dem Schiff sein konträres Kaufargument vorbringt.
Die asymmetrische Beziehung zwischen Gold und Bitcoin
Schiffs Kernaussage beruht auf Asymmetrie. Gold ist gefallen, aber er glaubt, dass es aus nachvollziehbaren makroökonomischen und geopolitischen Gründen gefallen ist. Bitcoin ist ebenfalls gefallen – doch in seiner Lesart wurde es von vornherein nie von denselben Fundamentaldaten getragen. Eine Korrektur bei einem Asset mit innerem Wert sieht anders aus als das Platzen einer spekulativen Position.
Analytisch interessant an diesem Moment ist, dass beide Lager – Gold-Bullen und Bitcoin-Befürworter – gleichzeitig unter Druck stehen. Für Schiff ist das eher klärend als verwirrend. Der Rückgang bei Gold schafft einen Einstiegszeitpunkt; der Rückgang bei Bitcoin ist schlicht das Zurückdrehen einer Stimmung, die zu weit gegangen war.
Bitcoin-Bullen würden entgegnen, dass eine 10-Jahres-Rendite von über 9.400 % schwer als reine Spekulation abzutun ist und dass der Vergleich mit Golds 201 % im gleichen Zeitraum für sich selbst spricht. Doch Schiff hat nie akzeptiert, dass vergangene Renditen Bitcoins Zukunft rechtfertigen – und sein Argument in dieser Woche dreht sich weniger um die Historie als um die Frage, was die aktuelle Bewegung antreibt.
Laut Daten von CoinGecko wurde Bitcoin zum Zeitpunkt des Schreibens bei etwa 59.155 $ gehandelt, rund 1,5 % niedriger als in den vorangegangenen 24 Stunden. Die Kursentwicklung hat keine der beiden Seiten der Debatte wirklich beruhigt.
FAQ
Warum betrachtet Peter Schiff den Gold-Ausverkauf als Kaufgelegenheit?
Schiff ist der Ansicht, dass Gold trotz seiner jüngsten Kursrückgänge einen dauerhaften Wert besitzt. Seiner Meinung nach spiegelt der Ausverkauf vorübergehende Marktkräfte wider und keine grundlegende Verschlechterung des inneren Werts von Gold, sodass niedrigere Preise einen attraktiven Einstiegszeitpunkt für langfristige Anleger darstellen.
Wie charakterisiert Peter Schiff den jüngsten Kursrückgang von Bitcoin?
Er beschreibt ihn als entweichende Blase – also als das Abbauen spekulativer Übertreibungen und nicht als gesunde Korrektur bei einem fundamental soliden Asset. Er stellt dies dem Rückgang bei Gold gegenüber, den er als eine andere und besser verkraftbare Art von Druck ansieht.
Wie ist Bitcoins aktuelle Position im Verhältnis zu seinem Allzeithoch?
Bitcoin liegt mehr als 52 % unter seinem Allzeithoch von 126.198 $ und ist laut Daten von CoinGecko kürzlich erstmals seit 20 Monaten unter 60.000 $ gefallen.
Was prognostiziert Citigroup für den Goldpreis bis September?
Citigroup warnte Anfang dieses Monats, dass Gold bis September um weitere 20 % fallen könnte, was den Bedenken über die Tiefe des aktuellen Gold-Ausverkaufs zusätzliches institutionelles Gewicht verleiht.
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