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SEC-Regeln zur Verwahrung von Krypto-Vermögenswerten gehen ins Weiße Haus, Vorschlag bis Oktober 2026 fällig

Die Securities and Exchange Commission hat stillschweigend eines der ältesten Probleme der Krypto-Branche wieder aufgerollt: Wer genau darf digitale Vermögenswerte im Namen von Kunden verwahren – und nach welchen Regeln? Am 25. August übermittelte die Behörde ihren langerwarteten Vorschlag zur Neufassung der SEC-Regeln zur Krypto-Verwahrung an das Office of Information and Regulatory Affairs, das Büro des Weißen Hauses, das wirtschaftlich bedeutende Regulierungsvorhaben prüft, bevor sie überhaupt an die Öffentlichkeit gelangen. Es ist ein technischer, bürokratischer Schritt. Für eine Branche jedoch, die seit Jahren für klarere Verwahrungsstandards lobbyiert, ist es zugleich das bislang greifbarste Anzeichen wirklicher Bewegung.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die SEC hat am 25. August vorgeschlagene Änderungen ihrer Custody Rule an OIRA übermittelt, im Anschluss an ein Treffen im Weißen Haus zwischen Präsident Donald J. Trump und Führungskräften der Kryptoindustrie.
  • OIRA behandelt den Vorschlag als wirtschaftlich bedeutende Regulierung, was bedeutet, dass die SEC-Kommissare nicht darüber abstimmen oder seinen Inhalt erörtern dürfen, bis diese Überprüfung abgeschlossen ist.
  • Die SEC rechnet damit, den vorgeschlagenen Regelungsentwurf bis Oktober 2026 zu veröffentlichen und damit ein mindestens 60-tägiges öffentliches Konsultationsfenster zu eröffnen.
  • Auch nach der Veröffentlichung sind eine zweite Abstimmung der Kommission und weitere Analysen erforderlich, sodass die vollständige Umsetzung mehrere Jahre dauern könnte.
  • Die Bestände institutioneller Bitcoin-ETFs stiegen im zweiten Quartal 2026 um 7,5 % auf 535.723 BTC, obwohl der Bitcoin-Preis um 14,2 % fiel; der institutionelle Anteil an den ETF-Anteilen erhöhte sich damit von 38,4 % auf 44,2 %.

SEC schlägt Änderungen an der Krypto-Custody-Rule vor

Der Vorschlag der SEC zielt darauf ab, genau zu klären, wie Anlageberater und Investmentgesellschaften Krypto-Assets für Kunden verwahren dürfen und damit jahrelange Unklarheit durch etwas zu ersetzen, das eher einem definierten Rahmen ähnelt. Laut The Block erklärte die Behörde, das Regelsetzungsverfahren solle „den Rahmen für die Verwahrung von Krypto-Assets durch Anlageberater und Investmentgesellschaften klarstellen sowie weitere Modernisierungen vornehmen, die erforderlich sind, um Belastungen durch bestimmte veraltete Bestimmungen zu beseitigen, die angesichts der Entwicklungen an den Märkten sowie der Praktiken beim Handel und bei der Verwahrung von Wertpapieren nicht mehr nötig sind, um den Anlegerschutz zu gewährleisten.“ In einfachen Worten: Das aktuelle Regelwerk wurde geschrieben, bevor Krypto existierte, und Berater fragen die SEC seit Jahren, wie sie diese Regeln überhaupt einhalten sollen.

Einreichung und regulatorischer Prüfprozess

Die formale Einreichung landete bei OIRA, einer Abteilung des Office of Management and Budget, die damit beauftragt ist, Bundesverordnungen zu prüfen, bevor sie veröffentlicht werden. Da der Vorschlag als wirtschaftlich bedeutend eingestuft wurde, befindet er sich nun in einer Prüfungsschlange, für die strenge Vertraulichkeitsregeln gelten. Den SEC-Kommissaren ist es untersagt, über das Regelsetzungsverfahren abzustimmen oder seine Details öffentlich zu erörtern, bis OIRA seine Bewertung abgeschlossen hat. Dieses Schweigen ist Standardverfahren bei wichtigen Regelwerken, bedeutet aber auch, dass der genaue Inhalt des Vorschlags außerhalb der Behörde vorerst unbekannt bleibt.

Rolle des Weißen Hauses und von OIRA

Das Timing ist nicht zufällig. Die Einreichung folgte auf ein Treffen im Weißen Haus zwischen Präsident Donald J. Trump und Führungskräften der Kryptoindustrie und verortet die Überarbeitung der Verwahrungsregeln klar in einem breiteren Vorstoß aus Washington, die Aufsicht über digitale Vermögenswerte zu modernisieren. Der Schritt der SEC erfolgt unter Vorsitz von Paul Atkins, der im vergangenen Jahr eine Reihe kryptofreundlicher regulatorischer Änderungen beaufsichtigt hat, darunter Leitlinien, die klarstellen, dass Memecoins keine Wertpapiere sind, sowie Klarstellungen dazu, welche Staking-Aktivitäten nicht unter das Wertpapierrecht fallen. Erst letzte Woche führte die Behörde zudem die „Regulation Crypto Assets“ ein, beschrieben als ein maßgeschneidertes Emissionsregime, das Unternehmen helfen soll, Kapital aufzunehmen und gleichzeitig Anleger zu schützen. Atkins hat außerdem Pläne für eine Innovationsausnahme signalisiert, die bestimmte Krypto-Produkte im Schnellverfahren zulassen soll, auch wenn dieser Rahmen bislang noch nicht vorliegt.

Erwartete Auswirkungen und Zeitplan der Änderungen

Mit sofortiger Klarheit ist nicht zu rechnen. Die SEC hat signalisiert, dass sie beabsichtigt, den vorgeschlagenen Regelungsentwurf spätestens im Oktober 2026 zu veröffentlichen, womit ein mindestens 60-tägiges Fenster für öffentliche Stellungnahmen beginnen würde. Das ist der früheste Zeitpunkt, zu dem die Branche die Details dessen sehen wird, was die Aufseher in Sachen Krypto-Custody-Compliance konkret planen.

Regulatorische Sicherheit und Umsetzungsherausforderungen

Selbst nach der Veröffentlichung wird der Vorschlag Verwahrstellen kein Regelwerk an die Hand geben, dem sie sofort folgen können. Er bietet Leitlinien dazu, was die Aufseher von einer Verwahrstelle erwarten, bleibt aber zunächst hinter einer vollständigen Rechtssicherheit zurück. Bevor irgendetwas verbindlich wird, muss die SEC weitere Analysen abschließen und eine zweite Abstimmung der Kommission durchführen. Angesichts dieser Abfolge dürften Marktteilnehmer mit einer Wartezeit von mehreren Jahren rechnen, bevor die Einhaltung tatsächlich verpflichtend wird. Das ist wichtig, weil es die Annahme dämpft, eine Lösung stehe unmittelbar bevor – der Prüfprozess selbst ist derzeit die eigentliche Nachricht, nicht ein fertiges Regelwerk.

Trends der institutionellen Nachfrage nach Bitcoin-ETFs

Während die Aufseher die Papierarbeit erledigen, warten institutionelle Investoren nicht ab. Die Bitcoin-ETF-Ströme im zweiten Quartal 2026 zeigen eine klare Divergenz: Großanleger kaufen sich in Krypto-Exposure ein, obwohl sich der breitere Markt abkühlt.

Wachstum der institutionellen Bestände trotz Marktrückgang

Institutionelle Bitcoin-ETF-Bestände stiegen im zweiten Quartal 2026 um 7,5 % auf 535.723 BTC, obwohl der Bitcoin-Preis im gleichen Zeitraum um 14,2 % nachgab. Dadurch kletterte der institutionelle Anteil an den ETF-Anteilen auf ein Hoch von 44,2 %, nach zuvor 38,4 %. Unterdessen gingen die gesamten ETF-Bestände über alle Anlegertypen hinweg tatsächlich um 6,6 % auf 1,21 Millionen BTC zurück – was bedeutet, dass Institutionen ihr Engagement genau in dem Moment ausbauten, in dem andere Inhaber sich zurückzogen. Dieser Kontrast ist bemerkenswert: Er deutet darauf hin, dass die institutionelle Kryptonachfrage sich unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen verstärkt – ein Muster, das eher auf längere Anlagehorizonte als auf Momentum-Strategien hindeutet.

Compliance-Kosten und Herausforderungen bei der Krypto-Verwahrung

Regulatorische Klarheit ist nur die halbe Gleichung – die andere Hälfte sind die Kosten. Selbst mit klareren Regeln am Horizont bringt die Einhaltung der Krypto-Verwahrungsvorschriften erhebliche finanzielle Belastungen mit sich. Verwahrgebühren liegen derzeit jährlich zwischen vier und 15 Basispunkten, und der Versicherungsschutz für Verwahrstellen reicht von 200 Millionen bis 750 Millionen US-Dollar, um einen angemessenen Schutz zu gewährleisten.

Diese Zahlen stellen eine spürbare Hürde für kleinere Berater dar, die voraussichtlich proportional höhere Compliance-Kosten tragen müssen als größere Unternehmen mit mehr Ressourcen, um sie aufzufangen. Genau in dieser Spannung liegt der Kern des gesamten Regelsetzungsvorhabens: Ein klarerer Verwahrungsrahmen könnte mehr Institutionen den Einstieg in Kryptomärkte ermöglichen, doch die Kosten für die tatsächliche Erfüllung dieser Standards könnten die Tür für kleinere Akteure enger halten. Ob die Reformen die Adoption spürbar über regulierte Fonds hinaus ausweiten – oder lediglich den Vorteil der größten Verwahrstellen festigen – wird sich voraussichtlich in den Meldungen zeigen, lange bevor die Regel selbst in Kraft tritt.

FAQ

Wie ist der Stand der von der SEC vorgeschlagenen Änderungen an der Krypto-Custody-Rule?

Die SEC hat am 25. August 2026 vorgeschlagene Änderungen an der Custody Rule bei OIRA eingereicht, und die Änderungen werden derzeit als wirtschaftlich bedeutende Regulierung überprüft.

Wann kann die Öffentlichkeit zu den vorgeschlagenen Änderungen der Krypto-Custody-Rule Stellung nehmen?

Die SEC rechnet damit, den vorgeschlagenen Regelungsentwurf bis Oktober 2026 zu veröffentlichen und dafür mindestens 60 Tage für öffentliche Stellungnahmen vorzusehen.

Bieten die vorgeschlagenen Änderungen sofortige regulatorische Sicherheit für Krypto-Verwahrstellen?

Nein, die Änderungen bieten keine sofortige regulatorische Sicherheit; die Umsetzung erfordert weitere Analysen, eine zweite Abstimmung der SEC und kann mehrere Jahre dauern.

Wie hat sich die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin-ETFs zuletzt verändert?

Die institutionellen Bitcoin-ETF-Bestände stiegen im zweiten Quartal 2026 um 7,5 % auf 535.723 BTC, und der institutionelle Anteil erhöhte sich von 38,4 % auf 44,2 %.

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Artikel mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Redaktion überprüft.

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