StartKryptowährungenBitcoinSehr starke Zuflüsse in Bitcoin-ETFs

Sehr starke Zuflüsse in Bitcoin-ETFs

Die letzten acht Handelssitzungen an der Börse haben alle mit positiven Zuflüssen in Bitcoin-ETFs geendet. 

Diese Serie begann am 14. April mit 411 Millionen und setzte sich bis gestern mit 223 fort. 

Insgesamt haben diese acht aufeinanderfolgenden positiven Sitzungen zu Zuflüssen von rund 2,1 Milliarden US-Dollar geführt. 

Insgesamt handelt es sich dabei nicht um besonders hohe Zahlen, da der jemals verzeichnete Rekord sogar bei 1,3 Milliarden US-Dollar Zuflüssen an nur einem Tag liegt, aber diese positive Serie ist in diesem Moment dennoch als ein sehr gutes Signal zu betrachten. 

Die Wende

Bis Anfang April folgten vier Wochen mit geringem Interesse an Bitcoin-ETFs aufeinander, sodass nur minimale tägliche Zu- und Abflüsse verzeichnet wurden. 

Die Wende kam ab dem 6. April, als die täglichen Zuflüsse plötzlich auf 471 Millionen sprangen. 

Allerdings schlossen die beiden darauffolgenden Tage dann beide mit Nettoabflüssen, wenn auch in deutlich geringerer Höhe. 

Es ist jedoch zu beachten, dass nach einem Tag mit starken Zuflüssen und zwei Tagen mit kleinen Abflüssen anschließend zwei weitere Tage mit deutlich signifikanten Zuflüssen folgten und dann nur noch ein weiterer Tag mit Abflüssen, zumindest bis heute. 

Nimmt man als Referenz genau das Datum Montag, den 6. April, so haben die Bitcoin-ETFs seitdem insgesamt Zuflüsse von mehr als 2,6 Milliarden US-Dollar verzeichnet, was einem täglichen Durchschnitt von 188 Millionen entspricht, der auch die drei Tage mit Abflüssen einschließt. 

Auch wenn dies keine besonders hohen Zahlen sind, müssen sie dennoch als sehr positiv betrachtet werden, da in den vier vorangegangenen Wochen die 250 Millionen an täglichen Zuflüssen nur ein einziges Mal überschritten wurden.

Die Auswirkung auf den Bitcoin-Preis

Es muss gesagt werden, dass bei ETFs an der Börse die Anteile gehandelt werden, weshalb sie keinen direkten Einfluss auf den Bitcoin-Preis haben. 

Wie jedoch bereits ausführlich in einem früheren Artikel beschrieben, können ETFs BTC von den Krypto-Börsen abziehen, wenn auch nur indirekt, und dies kann tatsächlich Auswirkungen auf den Preis haben. 

Tatsächlich ist in den letzten Tagen die Anzahl der auf den Börsen vorhandenen BTC von 2,7 Millionen auf 2,67 gesunken, und vermutlich nicht zufällig ist der Bitcoin-Preis gleichzeitig von 71.000 $ auf 78.000 $ gestiegen. 

Wenn es zu Nettozuflüssen in Spot-ETFs kommt, sind die Verwalter dieser Fonds gezwungen, physische BTC am Markt zu kaufen, um die Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile an die vom Fonds gehaltenen BTC anzugleichen. 

Diese Dynamik könnte erheblich zur Verringerung der BTC auf den Börsen beigetragen haben, was faktisch auch den Verkaufsdruck reduziert hat. In ähnlichen Situationen reicht es aus, dass der Kaufdruck nicht nachlässt, damit der Preis zwangsläufig steigen muss. 

Das Timing

Auch wenn diese Situation rosig erscheinen mag, muss in Wirklichkeit eine wichtige Präzisierung hinzugefügt werden. 

Analysiert man nämlich das Verhalten der institutionellen Wale in Bezug auf Bitcoin, stellt man fest, dass sie in den letzten Tagen zwar definitiv aktiv sind, aber höchstwahrscheinlich vor allem mit kurzfristigen Positionen. 

Der Punkt ist, dass die makroökonomische Situation auf geopolitischer Ebene sehr unsicher bleibt und da diese sich auf die Preise auswirkt, ist es heute besonders schwierig, mittelfristige Prognosen zu erstellen. 

In einem derart unsicheren Umfeld ist es nicht verwunderlich, wenn sich die institutionellen Wale vor allem auf kurzfristige Kursbewegungen konzentriert haben und die mittelfristigen und langfristigen Bewegungen derzeit nahezu vollständig vernachlässigen. 

All dies legt einerseits nahe, dass die aktuelle Situation als gut betrachtet werden kann, mit der Möglichkeit, noch eine Weile anzuhalten, andererseits führt es aber auch dazu, Engagements mit mittel- oder langfristigen Positionen weiterhin als sehr unvorsichtig zu betrachten. 

Außerdem legen gerade die täglichen Zu- und Abflüsse aus den Bitcoin-Spot-ETFs nahe, dass noch immer große Vorsicht herrscht. 

Zum Beispiel wurden noch vor nur sechs Monaten manchmal täglich mehr als eine Milliarde US-Dollar überschritten, während man heute nach acht aufeinanderfolgenden Tagen mit Zuflüssen gerade einmal etwas mehr als 2 Milliarden erreicht hat. 

Institutionelle und Retail-Anleger

Es darf außerdem nicht vergessen werden, dass der wichtigste Bitcoin-ETF (IBIT von BlackRock) wahrscheinlich in gleichem Maße sowohl von institutionellen als auch von Retail-Anlegern genutzt wird. 

Von den 2,1 Milliarden US-Dollar Zuflüssen der letzten acht Sitzungen sind fast 1,6 allein in diesen ETF geflossen, während beim zweitwichtigsten (FBTC von Fidelity) am Ende sogar die Abflüsse überwogen.

Es besteht daher die Möglichkeit, dass die Retail-Anleger einen bedeutenden Beitrag zu der oben beschriebenen Dynamik geleistet haben, was sie paradoxerweise etwas weniger solide macht, da in der Regel vor allem die Institutionellen den Markt machen. 

Die gleichen institutionellen Wale haben gestern in ihrem Verhalten eine gewisse Unsicherheit gezeigt, da sie anstatt BTC in großem Stil zu kaufen, sowohl gekauft als auch verkauft haben. 

Vor diesem Hintergrund muss diese Situation, die auf den ersten Blick eindeutig gut erscheint, stattdessen nur als potenziell gut betrachtet werden, da noch zu viel Unsicherheit besteht, um belastbare Schlussfolgerungen zu ziehen.

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