StartBlockchainSicherheitBerlin-Hacking-Erpressung: Hacker fordern 30 Bitcoin, Bürgermeister sagt Nein

Berlin-Hacking-Erpressung: Hacker fordern 30 Bitcoin, Bürgermeister sagt Nein

Die Berliner Stadtregierung sieht sich einer Cyber-Erpressungskampagne gegenüber, die bereits Teile ihrer digitalen Infrastruktur lahmgelegt hat und die Verantwortlichen in eine Pattsituation mit Hackern gebracht hat, die eine hohe Bitcoin-Zahlung fordern. Der Fall der Berliner Hacker-Erpressung, der diese Woche von Bürgermeister Kai Wegner bestätigt wurde, umfasst gestohlene Regierungsdaten, eine Lösegeldforderung und eine laufende Countdown-Uhr bis zu einer öffentlichen Datenauktion.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die IT-Systeme der Stadt Berlin wurden kompromittiert und Daten wurden in einem ersten Leak gestohlen, der zwischen dem 7. und 12. August stattfand.
  • Die Hacker fordern 30 Bitcoin, laut Der Spiegel etwa 2 Millionen Euro wert.
  • Die Rhysida-Gruppe, von der angenommen wird, dass sie aus Russland und Osteuropa operiert, hat die Verantwortung übernommen und behauptet, 5,79 Terabyte an Daten gestohlen zu haben.
  • Bürgermeister Kai Wegner sagt, Berlin werde nicht zahlen: „Berlin wird sich nicht erpressen lassen.“
  • Landespolizei, Staatsanwaltschaft und Bundesbehörden ermitteln mit dem, was die Verantwortlichen als „höchste Dringlichkeit“ bezeichnen.

Ransomware-Angriff auf die IT-Systeme der Stadt Berlin

Stadtvertreter sagen, der Einbruch habe leise begonnen, wobei Daten aus dem Verwaltungsnetzwerk Berlins abgezogen wurden, lange bevor jemand öffentlich darüber sprach. Der Ransomware-Angriff von Rhysida wurde intern erstmals Mitte August entdeckt, obwohl die Gruppe Berichten zufolge die Verantwortung übernommen hat.

Zeitleiste des Datendiebstahls und erste Reaktion

Laut Vertretern des Stadtstaats ereignete sich der erste Datenabfluss zwischen dem 7. und 12. August. Dieses enge Zeitfenster verschaffte den Angreifern genügend Zugriff, um sensible Dateien zu entwenden, bevor die Ermittler aufschließen konnten. Forensische Teams haben seitdem weitere Expositionen bei der Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt nachverfolgt, was darauf hindeutet, dass das Eindringen tiefer in die städtischen Systeme reichte als zunächst angenommen.

Auswirkungen auf städtische Dienstleistungen und Netzabschaltung

Am 14. August zogen die Verantwortlichen bei zwei Behördennetzwerken den Stecker, um den Schaden einzudämmen. Diese Entscheidung hatte spürbare Folgen für die Bürger: Anträge auf Wohngeld und damit verbundene Zahlungen konnten mehrere Tage lang nicht bearbeitet werden. Das Büro des Bürgermeisters räumte später ein, dass „nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch personenbezogene oder andere nicht-öffentliche Daten betroffen sind“ – ein Kurswechsel gegenüber der früheren Linie Berlins, wonach nur öffentliche Informationen kompromittiert worden seien.

Rhysida-Gruppe übernimmt Verantwortung und Lösegeldforderungen

Die hinter dem Eindringen stehende Gruppe, Rhysida, ist kein Unbekannter, wenn es um aufsehenerregende Angriffe auf öffentliche Institutionen geht, und ihre Vorgeschichte verleiht dem Berliner Fall einen unangenehmen Präzedenzfall, den es zu beobachten gilt.

Profil und Geschichte von Rhysida

Rhysida ist seit 2023 aktiv und soll aus Russland und Osteuropa operieren. Die Gruppe hat zuvor Gesundheitseinrichtungen, Landesregierungen, Bildungseinrichtungen und Betreiber kritischer Infrastrukturen ins Visier genommen. Ihre bislang auffälligste Operation traf 2023 das British Museum, als sie in die Systeme des Museums eindrang, Dienste störte und rund 500.000 Dateien stahl. Als das British Museum sich weigerte zu zahlen, veröffentlichte Rhysida die personenbezogenen Daten von Besuchern, Abonnenten und Mitarbeitern im Darknet – ein Muster, das der Weigerung Berlins zusätzliches Gewicht verleiht, wenn man bedenkt, wie die letzte Pattsituation endete.

Details zur Lösegeldforderung und Drohung mit Datenauktion

Der Spiegel berichtet, dass die Angreifer 30 Bitcoin fordern, eine Bitcoin-Lösegeldforderung im Wert von rund 2 Millionen Euro zum aktuellen Wechselkurs. Rhysidas Eintrag im Darknet zeigt Berichten zufolge einen Countdown-Timer mit einem Startgebot, das genau dieser 30-Bitcoin-Summe entspricht. Die Gruppe sagt, sie habe 5,79 Terabyte an Daten erlangt. Die Angreifer setzen Berichten zufolge auf die Drohung mit DSGVO-Strafen, um Druck auf die Stadt auszuüben, bevor die Dateien zur Auktion gestellt werden – eine Drohung, die Rhysida laut Reuters innerhalb von sieben Tagen nach ihrer öffentlichen Erklärung wahrmachen will.

Keine dieser Angaben wurde bislang von den Berliner Behörden unabhängig bestätigt, die sich weigern, den Umfang des Diebstahls zu benennen, solange die Ermittlungen andauern.

Offizielle Reaktion Berlins und laufende Ermittlungen

Die Stadtspitze zeigt sich öffentlich unnachgiebig, während Ermittler hinter verschlossenen Türen daran arbeiten, genau zu bestimmen, was offengelegt wurde.

Weigerung, das Lösegeld zu zahlen, und öffentliche Stellungnahmen

Wegner bestätigte, dass die Lösegeldforderung am Donnerstagabend eingegangen sei, und sagte, die Verantwortlichen würden nicht nachgeben. „Berlin wird sich nicht erpressen lassen“, sagte er am Freitag und lehnte es ab, die genaue geforderte Summe öffentlich zu nennen, obwohl die Berichterstattung des Spiegel auf die 30-Bitcoin-Forderung hinwies. Die Senatskanzlei Berlin hält sich ansonsten bedeckt und teilte der Deutschen Presse-Agentur dpa mit, sie könne sich „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht zu den Angreifern, ihren Forderungen oder den kompromittierten Informationen äußern.

Beteiligung von Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden

Wegner sagte, Landespolizei, Staatsanwaltschaft und Bundesbehörden ermittelten gegen die mutmaßlichen Täter „mit höchster Dringlichkeit“, während parallel versucht werde, „Inhalt und Umfang der kompromittierten Daten“ genau zu bestimmen. Die Berliner Innensenatorin Iris Spranger fügte hinzu, dass die Wahl-Infrastruktur nicht kompromittiert worden sei – ein Detail, das angesichts der Tatsache, dass in Berlin in etwa einem Monat Wahlen stattfinden, bemerkenswert ist.

Warum dies über Berlin hinaus von Bedeutung ist: Der Fall verdeutlicht, wie Ransomware-Gruppen zunehmend regulatorische Rahmenwerke wie die DSGVO als Waffe einsetzen, um öffentlichen Institutionen zuzusetzen – in der Erwartung, dass die Drohung mit Compliance-Strafen und Reputationsschäden mehr zur Erzwingung einer Zahlung beiträgt als der eigentliche Datendiebstahl. Er zeigt auch, wie eine Weigerung zu zahlen – wie sie Berlin gewählt hat und wie zuvor das British Museum – die Pattsituation von einer privaten Verhandlung in eine öffentliche Datenveröffentlichung kippen kann, sobald die Frist der Angreifer abläuft.

FAQ

Wer ist für den Ransomware-Angriff auf Berlin verantwortlich?

Die Rhysida-Gruppe, von der angenommen wird, dass sie aus Russland und Osteuropa operiert, hat die Verantwortung für den Angriff übernommen.

Welche Daten wurden beim Ransomware-Angriff auf Berlin gestohlen?

Rhysida behauptet, 5,79 Terabyte an Daten gestohlen zu haben, darunter Regierungsunterlagen, Personalakten und Finanzinformationen.

Wie hat Berlin auf die Lösegeldforderung reagiert?

Die Berliner Behörden unter Führung von Bürgermeister Kai Wegner haben sich geweigert, das Lösegeld zu zahlen, und erklären: „Berlin wird sich nicht erpressen lassen.“

Wie ist der aktuelle Stand der Ermittlungen zu dem Angriff?

Mehrere Strafverfolgungsbehörden, darunter Landespolizei, Staatsanwaltschaft und Bundesbehörden, untersuchen den Vorfall mit Nachdruck.

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