Einundsiebzig Anleger in Südkorea verloren zusammen 3,4 Millionen XRP – im Wert von rund 8,5 Millionen US-Dollar – an eine betrügerische Staking-Website, die das Flare Network und dessen FXRP-Token imitierte. Der gefälschte Flare-Staking-Betrug lief nur acht Tage lang im vergangenen Oktober, bevor die Betreiber verschwanden und die Opfer mit durchschnittlichen Verlusten von 173 Millionen Won (119.000 US-Dollar) zurückließen. Die Polizei in Seoul hat seitdem drei Verdächtige festgenommen und verfolgt einen vierten über eine Interpol-Red-Notice.
Summary
Wichtigste Erkenntnisse
- Eine gefälschte Staking-Seite, Fxrpntwork.com, stahl im Oktober 3,4 Millionen XRP (8,5 Millionen US-Dollar) von 71 Anlegern – und das in nur acht Tagen Betrieb.
- Die Seite versprach monatliche Renditen von 1,5 % bis 1,8 % bei garantiertem Kapital und wies die Opfer an, XRP in Wallets zu transferieren, die von den Betrügern kontrolliert wurden.
- Die Polizei in Seoul fror Vermögenswerte in Höhe von 17,3 Milliarden Won auf ausländischen Börsen ein und verfolgte insgesamt 27,3 Milliarden Won (18,8 Millionen US-Dollar), die mit der Gruppe in Verbindung stehen.
- Drei von vier Verdächtigen, alle 29 Jahre alt, wurden festgenommen; der vierte hält sich weiterhin im Ausland auf und wird über eine Interpol-Red-Notice gesucht.
- Die insgesamt nachverfolgten Gelder übersteigen die bestätigten Verluste der Opfer, was laut Ermittlern auf weitere unbekannte Geschädigte hindeutet.
Gefälschte Flare-Staking-Seite betrügt Anleger um 8,5 Millionen US-Dollar in XRP
Die Seite Fxrpntwork.com gab sich als offizielle Staking-Plattform für das Flare Network und dessen FXRP-Token aus – beides legitime Projekte. Das Timing war bewusst gewählt: Das Schema startete nur einen Monat nach der tatsächlichen Einführung von FXRP und verlieh dem Betrug so einen Anschein von Glaubwürdigkeit, just in dem Moment, als das reale Interesse am Token hoch war.
Versprechen der Seite und Funktionsweise des Betrugs
Das Angebot war einfach und für jeden, der nicht genau hinsah, glaubwürdig. Die Plattform versprach monatliche Renditen von 1,5 % bis 1,8 % bei garantiertem Kapital – eine Formulierung, die darauf ausgelegt ist, Anleger anzusprechen, die spekulative Geschäfte meiden wollen. Sobald sich ein Opfer registriert hatte, wurde es angewiesen, seine XRP von inländischen südkoreanischen Börsen abzuziehen, über ausländische Handelsplätze zu leiten und schließlich in Wallets einzuzahlen, die unter der Kontrolle der Betrüger standen.
Als jemand bemerkte, dass etwas nicht stimmte, war das Geld bereits verschwunden.
Dauer des Betriebs und Abschaltung des Betrugs
Das Zeitfenster war eng, aber verheerend. Die Seite war etwa acht Tage lang online, bevor sie am 23. Oktober abgeschaltet wurde, woraufhin die Betreiber einfach verschwanden. Dieses kurze Zeitfenster reichte aus, um 71 Opfer im Durchschnitt um jeweils 119.000 US-Dollar zu bringen, so die Schätzungen der Polizei.
Methoden zur Täuschung der Anleger
Besonders schwer erkennbar war dieser Betrug wegen der Infrastruktur, die darum herum aufgebaut wurde. Die Gruppe erstellte nicht nur eine überzeugende Website – sie konstruierte ein gefälschtes Ökosystem der Glaubwürdigkeit. Falsche Informationen wurden in Portal-Blogs, Online-Nachrichtenartikeln und auf Wikipedia platziert, und die Betrüger produzierten sogar YouTube-Videos mit einem bezahlten Darsteller, der einen Projektvertreter imitierte. Ein 34-jähriger Mann, der als dieser Darsteller fungierte, wurde separat wegen Betrugs angeklagt.
Jeder, der scheinbar sorgfältige Recherchen anstellte – den Projektnamen suchte, Nachrichtenberichte prüfte, nach unabhängigen Kommentaren stöberte – hätte ein Projekt vorgefunden, das gut dokumentiert und aktiv wirkte. Das ist das entscheidende Merkmal des gefälschten Flare-Staking-Betrugs: Er beruhte nicht auf fehlender Recherche, sondern nutzte sie aus.
Dieses Ausmaß an Täuschung hat weitreichendere Folgen für den Kryptomarkt. Während Anleger immer versierter werden, reagieren einige Betrüger, indem sie ihre Maschen schwerer erkennbar statt leichter durchführbar machen. Der Aufbau eines falschen Informationsnetzwerks über mehrere Plattformen hinweg stellt eine erhebliche Eskalation in Bezug auf Aufwand und Koordination dar und deutet darauf hin, dass die Gruppe mit genauer Prüfung rechnete.
Polizeiliche Ermittlungen und Bemühungen zur Rückgewinnung von Vermögenswerten
Die Ermittlungen begannen, nachdem eine ausländische Börse die Polizei in Seoul im vergangenen Oktober auf einen Anstieg von Staking-Betrug aufmerksam gemacht hatte. Von diesem Hinweis aus handelten die Ermittler schnell. Die Behörden führten 54 Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsbefehle aus, spürten einen Verdächtigen in einem Versteck auf, nachdem er aus dem Ausland zurückgekehrt war, und nahmen die anderen nacheinander fest.
Eingefrorene Vermögenswerte und nachverfolgte Gelder
Auf der finanziellen Seite fror die Polizei Vermögenswerte in Höhe von 17,3 Milliarden Won ein, die auf ausländischen Börsen gehalten wurden. Zusammen mit weiteren 10 Milliarden Won, die während der Ermittlungen bewegt wurden und weiterhin unauffindbar sind, summierten sich die insgesamt über Wallets der Gruppe nachverfolgten Gelder auf 27,3 Milliarden Won (18,8 Millionen US-Dollar). Diese Summe liegt deutlich über den 12,3 Milliarden Won, die von den 71 bekannten Opfern als verloren bestätigt wurden, was laut Ermittlern stark darauf hindeutet, dass es noch weitere Geschädigte gibt, die sich bislang nicht gemeldet haben oder noch nicht identifiziert wurden.
Verdächtige, Festnahmen und Interpol-Beteiligung
Alle vier Verdächtigen sind 29 Jahre alt. Zwei wurden wegen schweren Betrugs an die Staatsanwaltschaft überwiesen; der Darsteller sieht sich einer separaten Betrugsanklage gegenüber. Der vierte Verdächtige hält sich derzeit im Ausland auf und wird über eine Interpol-Red-Notice gesucht. Keiner der vier wurde bislang vor Gericht gestellt, und die Polizei in Seoul hat ihre Identitäten nicht öffentlich bekannt gegeben.
Haltung der Strafverfolgungsbehörden und Warnungen an Anleger
Die südkoreanischen Behörden haben ihre Haltung deutlich gemacht. Ermittler erklärten, sie würden Krypto-Betrug mit „Null Toleranz“ begegnen und forderten Anleger auf, die offiziellen Quellen jeder Plattform zu überprüfen, bevor sie Gelder überweisen. Dieser Fall reiht sich in eine breitere Durchsetzungswelle ein: Im Juni klagte die Polizei in Seoul 23 Personen im Zusammenhang mit der Geldwäsche von 11,1 Millionen US-Dollar in USDT für einen in Kambodscha ansässigen Phishing-Ring an.
Das wiederkehrende Muster – aufwendige Imitation, Umleitung von Vermögenswerten ins Ausland, koordinierte Fälschung von Belegen – deutet darauf hin, dass Durchsetzungsdruck allein möglicherweise nicht ausreicht, um diese Art von Operationen abzuschrecken. Die Lücke zwischen den 12,3 Milliarden Won an bestätigten Verlusten der Opfer und den 27,3 Milliarden Won, die von den Ermittlern nachverfolgt wurden, ist eine Zahl, über die man nachdenken sollte: Sie impliziert ein größeres Netz von Schäden, das in den offiziellen Statistiken noch nicht vollständig erfasst ist.
FAQ
Wie viel XRP wurde beim gefälschten Flare-Network-Staking-Betrug gestohlen?
3,4 Millionen XRP im Wert von etwa 8,5 Millionen US-Dollar (12,3 Milliarden Won) wurden innerhalb von acht Betriebstagen im Oktober von 71 Anlegern gestohlen.
Welche Versprechen machte die gefälschte Staking-Seite den Anlegern?
Die Seite versprach monatliche Renditen von 1,5 % bis 1,8 % bei garantiertem Kapital und ahmte damit die Sprache legitimer, risikoarmer Anlageprodukte nach.
Welche Maßnahmen ergriff die Polizei in Seoul gegen den Betrug?
Die Polizei führte 54 Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsbefehle durch, nahm drei Verdächtige fest, fror Vermögenswerte in Höhe von 17,3 Milliarden Won auf ausländischen Börsen ein und verfolgte insgesamt 27,3 Milliarden Won, die mit der Gruppe in Verbindung stehen. Die Ermittler forderten Anleger außerdem auf, offizielle Quellen zu überprüfen, bevor sie Gelder versenden.
Sind alle Verdächtigen in Gewahrsam?
Drei der vier Verdächtigen wurden festgenommen. Ein vierter, ebenfalls 29 Jahre alt, ist weiterhin im Ausland auf der Flucht und wird über eine Interpol-Red-Notice gesucht. Keiner von ihnen wurde bisher vor Gericht gestellt.
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